1000 v.d.Z

Westlich und südwestlich von den Prußen lebten zu dieser Zeit und in dem fol­genden Jahrtausend germanische Stämme. Nach den Bodenfunden aus vorge­schichtlicher Zeit hat sich im Ostseegebiet gegen Ende der ,,Bronzezeit, also etwa  1000/800 v.Chr. vom norddeutschen Küstenland bis über die untere Weichsel eine germanische Kultur ausgebreitet. Hier bildete sich etwa ab 700v. Chr., also zu Be­ginn der frühen ,,Eisenzeit“ die ostgermanische ,,Geschichtsurnenkultur“ heraus, die sich weiter nach Süden bis nach Schlesien hinein und nach Südosten ausgedehnt hat und im 3. Jahrhundert v. Chr. schließlich das Schwarze Meer erreichte. Diese Germanen werden in der Antike ,,Bastarnen“ genannt! Leichenverbrennung und ,,Hügel“-Bestattung waren ihre besonderen Kult-Merkmale. Karten aus dem Atlas des Königsberger Professors La Baume (Anlage) zeigen anschaulich das Vordrin gen der Germanen in der Zeit zwischen 800v. Chr. und 400 n. Chr. und weisen die Balten und ,,Prußen“ bereits in Ostpreußen in ihren Siedlungsräumen eindeutig aus. Um 800 v. Chr. herrschte an der mittleren Oder und Weichsel die ,,Lausitzer Kultur“; für diese waren Urnenfeldgräber und Buckelurnen kennzeichnend. Einige polnische Gelehrte halten diese Kultur für eine frühslawische Kultur. Demgegen­über bezeichnen deutsche und die meisten europäischen Historiker das als unrich­tig und nennen die Träger dieser Kultur einen indogermanischen Volksstamm, die ,,Illyrier“ oder deren nahe Verwandte; diese sind weder Germanen noch Slawen.

Die ,,Illyrier“ wurden um 700 v. Chr. von ostgermanischen Stämmen, den ,,Ba­starnen“ und ,,Skiren“ nach Südosten abgedrängt. Um 300v. Chr. war ihre Kultur erloschen.

Den Bastarnen und Skiren folgten zunächst die Vandalen, deren Herrschaftsbe­reich auch den Süden Ostpreußens gegen 150 v. Chr. z. B. bei Soldau erfaßte. Von dem vandalischen Teilstamm, den ,,Silingern“ rührt der Name Schlesien, das diese zeitweise besiedelten und von denen Reste verblieben.

Es folgten die Burgunder, die sich an dem Oberlauf der Oder und der mittleren Weichsel zeitweise niederließen.

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Um die Wende der Zeitrechnung erscheint in der Weichselniederung eine neue Kultur, die sich rasch nach Süden und Südosten ausbreitet und die bisherige Ost-grenze weit überschreitet. Es sind die Goten. Sie drängen die baltischen Prußen zu­rück und erreichen schließlich die Linie Braunsberg-Ortelsburg im Osten. Teile von ihnen drangen auch ins Samland ein, um den Bernsteinhandel zu beherrschen. Auf jeden Fall haben die Goten auch nach Aufgabe des für sie exponiert liegenden Samlandes den Bernsteinhandel sehr gepflegt und zwischen Römerreich und den Prußen vermittelt. Das übrige Ostpreußen, so auch Masuren, blieb nach wie vor in der Hand der Prußen. Doch führten die Goten gelegentlich Streifzüge tief nach Osten; darauf deuten u. a. Hügelgräber bei der Kula-Brücke und bei der Wolfs­schlucht zwischen Grabnick und Dippelsee hin. Die hier in mehreren Hügelgrä­bern gefundenen Beigaben, gotische Fibeln und Schnallen sowie 1 Schlangenkopf­armband aus Bronze und silberne Schließhaken erwiesen sich nach Angaben des die Ausgrabung im Jahre 1926 leitenden Königsberger Archäologen als gotische Erzeu­gnisse. Hier handelt es sich offenbar nicht um prußische ,,Hügeigräber“, sondern um gotische Gräber aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Die gotische Kultur entfaltete in den ersten Jahrhunderten n. Chr. eine erstaunliche Schöpfer- und Gestaltungs­kraft und vermittelte damals dem Prußenland, also den benachbarten baltischen Völkern ihren reichen Formenschatz (Zeichnungen von Gollub und Meyhöfer). Zwischen Goten und ihren östlichen Nachbarn den ,,Astiern“ bzw. ,,Prußen“ wurde ein lebhafter Handel getrieben. Nicht nur gotische Erzeugnisse, sondern auch Einfuhrwaren römischer Herkunft tauchten hier auf.

Im Verlauf des 2. Jahrhundert wanderte der größere Teil der Goten nach Süd-rußland ab; der Handel mit den Prußen riß aber noch nicht ab, gotische Erzeug­nisse sind noch immer im Prußenland eingetroffen.

Der gotische Teilstamm der ,,Gepiden“ verweilte noch längere Zeit an der unte­ren Weichsel und im Westteil Ostpreußens. Erst im Verlaufe des 5. Jahrhunderts zogen auch die Gepiden nach Südosten ab.

In den nahezu menschenleeren Raum des Oberlandes und des südlichen Ermlan­des stießen allmählich und zögernd prußische Stämme und zwar die samländisch­natangische Gruppe nach Westen bis zur Weichsel vor. Sie besetzten im Verlaufe von längerer Zeit Pogesanien, Pomesanien, Sassen, Löbau und das Kulmerland.

Doch nun zurück zu den ,,Astiern“. Um lOOO v. Chr. zeichnete sich neben der be­reits erwähnten ,,Samländisch-Natangischen Gruppe“ die Memelgruppe im Nor­den und im übrigen Ostpreußen die ,,Westmasurische Gruppe“ und die ,,Ostmasurische Gruppe“ ab (Karten von La Baume 5. 41, 45 + 47).

Die ,,Westmasurische Gruppe“, auf die der prußische Stamm der ,,Galinder,, zurückzuführen ist haben eine reiche und vielgestaltige Eisenkultur unter Ver­wendung der heimischen Eisenlager — Raseneisenstein — und der im heimischen Boden lagernden Metallschätze, wie sie später auch ßer Deutsche Ritterorden ge­nutzt hat, die sie selbst zu verhüten verstanden, entfaltet. Auch hier waren die Go­ten Vorbild. In den für Galindien typischen großen flachen Urnen wurden zahlrei­che kostbare Bronze- und Eisenbeigaben gefunden. Doch auch gotische und romi­sche Erzeugnisse wurden den Totenurnen anvertraut. Ihr Siedlungsraum er­streckte sich in der größten Ausdehnung vom Frischen Haff und dem Pregel im Norden, bei fließenden Grenzen im Westen, durch die ,,Masurische Senke“ also durch die lange Kette des Mauer-, Löwentin- und Spirdingsees im Osten begrenzt.

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Ostwärts dieser Linie hat sich bereits um 1000 v. Chr. die ,,Ostmasurische Gruppe“ und Kultur entwickelt. Über einen Zeitraum von etwa 2000 Jahren hat sich diese Kultur einen sehr konservativen Charakter bewahrt, der vortrefflich zum Bild des eigenwilligen und unbeugsamen Freiheitsdranges der 5 u dauer paßt, wie sie Peter von Du s burg in seiner 1324 verfaßten Ordensgeschichte aufgezeigt hat. Die sudauische Kultur nimmt gegenüber den Nachbarkulturen einen höchst selb­ständigen Charakter ein; die Bräuche werden über Generationen hinweg bewahrt. Nahe Beziehungen zum Samland, mit dem die Sudauer regen Handel trieben, zei­gen Bodenfunde auf.

Konservativ blieben die sudauischen Bestattungsbräuche weit über 1000 Jahre. Über den Toten wurden Steinhügel errichtet (vergl. Sudauergrab bei Reuschen­dorf, bei Gollub, Abb. 14, 5. 41).

Nach der Zeitwende pflegte man die Toten auf Scheiterhaufen zu verbrennen und deren Asche auf dem Boden des ,,Hügelgrabes“ auszubreiten oder in Tongefä­ßen beizusetzen. Gegen Ende der Völkerwanderungszeit, also etwa ab 700 n. Chr. legte man ,,Familiengräber“ an, in denen die Asche mehrerer Toten unter den Stei­nen der ,,Hügelgräber“ beigesetzt wurden. Besonders erwähnt sei hier das Gräber­feld von Syptiken, zu dem Gollub folgendes ausführt:

,,Das von Christi Geburt bis in die späte Völkerwandungszeit (8. Jahrhundert n. Chr.) vielleicht sogar bis ins jüngste heidnische Zeitalter hinein (also bis ins 13. Jahr­hundert) ununterbrochen mit Bestattungen belegte Gräberfeld von Sypitken (Kr. Lyck) hat ein eindrucksvolles Beispiel für die anhaltende Siedlungsstetigkeit des Sudauer-Stammes geliefert.“

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Von den zahlreichen Bronzebeigaben sind leider nur Reste gefunden; die Bron­zebeigaben sind im Feuer der Brandbestattung oft bis zur Unkenntlichkeit ver­schmolzen.

Bei Borschimmen stieß der Bauernsohn Horst Tetzlaff beim Pflügen auf ein su­dauisches Gräberfeld im September 1933. Lehrer Kotzan, der diesen alten Friedhof kurz darauf untersuchte, fand in einer Urne — offensichtlich ein Doppelgrab eines Mannes und einer Frau — 1 eiserne Schnalle und in einer zweiten Urne eine Rollen­fibel aus Eisen, die mit hauchdünnem Silber überzogen war. Diese und weitere Ur­nen trugen als einzige Verzierung ein einfaches Linienornament. Als weitere Fun­de dieses Gräberfeldes sind noch anzuführen: Gürtelschnalle aus Eisen, Heft und Klingenteil von Messern, geschmolzene Bronzereste u. a. Sachverständige des Kö­-nigsberger Prussiamuseums datieren dieses Gräberfeld anhand der Urnen und der Beigaben in das 2. Jahrhundert n. Chr.

Aus der gleichen Zeit stammt das altsudauische Gräberfeld am Nordrand des Hänsel-Sees bei Jucha. Die dort entdeckten Urnen kamen ins Heimatmuseum nach Lyck. Zwei Flachgräberfelder aus der Zeit des 3. und 4. Jahrhunderts n. Chr. wurden 1936 bei Skomatzko ausgemacht. Aus diesen Funden, aber auch aus ande­ren wurde geschlossen, ,,die Umgebung von Skomatzko‘ Kr. Lyck ist in vorge­schichtlicher Zeit verhältnismäßig stark und wie es scheint, auch durchgehend be­siedelt gewesen.

Im Kreis L y c k wurden zahlreiche Pfahlbauten zum Teil im See, zum Teil am Seeufer ausgemacht. Hier handelt es sich nach Ansicht von Engel/GoIlub nicht um Ansiedlungen, die auf Pfahlrosten in den See gesetzt wurden, sondern um Ufer­ oder Inselbesiedlungen. Diese waren während der klimatischen Trockenperiode der ,,Jüngeren Bronze- und Frühen Eisenzeit“ (zwischen 1200 und 500 v. Chr.) dicht an die ständig zurückgehenden Ufer der allmählich austrocknenden Seen vorgeschoben worden; sie wurden dann bei dem plötzlich einsetzenden Klimasturz der ,,Frühen Eisenzeit“ und dem damit verbundenen Steigen des Wasserspiegels überflutet. Man versuchte zunächst mit zusätzlichen Packwerkbauten die Bodenfläche zu erhöhen, um die Überflutung zu bannen. Doch dann mußte man dem ständig steigenden Wasser weichen und die Pfahlbauten im See verlassen. Die kon­servierende Wirkung des Wassers haben sie meist erhalten. Die dort gemachten Funde haben uns ein getreues Spiegelbild der aus Knochen, Horn, Stein und Ton gefertigten Werkzeuge und Geräte aufbewahrt und einen Einblick in Wirtschaft und Haushalt des damaligen Alltags vermittelt, der die Gräberfunde ergänzt. So berichtet Töppen, daß man bei Pfahlbauten im Tulewosee‘ Bezirk Klaussen auf der Steinpackung zahlreiche zerbrochene Tongefäße und Knochen gefunden habe.

Im Jahre 1887 untersuchte der Königsberger Professor Haydeck die 3 Pfahlbauten im Sonntagsee. Während der ,,Pfahlbau‘, am Nordrand des Sees bei Gut Scheuba und ein zweiter in der Nähe des Friedhofs von Willenheim nichts er­brachte, zeigte sich der dritte ,,Pfahlbau“ bei Steinberg noch recht gut erhalten und erbrachte ,,umfangreiches Fundmaterial“ an einigen Tongefäßen und zahlreichen Tonscherben, Angelgerät, Hacken u. a., das dem Prussiamuseum zu Königsberg übergeben wurde.

Von einem weiteren ,,Pfahlbau“ und seinen umfangreichen Funden berichtet der Lycker Heimatforscher Pogoda:

,,Der Bronzezeit (1500—500 v. Chr.) zuzurechnen ist der ,,Pfahlbau“ am Südufer des Sees (Neumalkersee). Er vermittelt uns ein Bild jener eigenartigen Kultur, da die bronzezeitlichen Bauern ihre Hütten auf Pfählen in einer Seebucht errichteten und durch einen Steg mit dem Ufer verbanden. A uf einer größeren Fläche ragen senkrecht gestellte Eichen- und Kiefernpfähle‘ die einst den Wohnbau getragen aus dem schlam­migen Seegrund hervor. Eine dreifache Pfahlreihe‘ der Unterbau eines Laufsteges, führt zum nahen Ufer. Der Grund ist mit größeren Steinplatten bedeckt. die wahr­scheinlich den Bodenbelag der Hütte vor allem unter der Herdplatte gebildet haben. Unter der Menge von Tierknochen finden sich viele angekohlte und aufgeschlagene Röhrenknochen, denen das leckere Mark entnommen wurde. Mehr nach der Tiefe zu liegen viele Scherben von handgeformten Gefäßen, darunter Randscherben mit den für die Pfahl baukultur charakteristischen Randlöchern. An Geräten und Werkzeugen wurden bei einer Untersuchung im Jahre 1927 geborgen: 2 Steinäxte, 1 Steinhacke, 1 Mahl stein mit Reiber‘ 1 Hammer und 3 Äxte aus Hirschgeweihen sowie einen in einen Vogelknochen geschnittenen Stempel zum Verzieren der Ton gefäße. Die Holz- und Rindenstücke, die im Bodenschlamm lagerten, waren alle angekohlt; das deutet dar­aufhin, daß der aus dem Wasser ragende Bau einst durch Feuer vernichtet wurde.“

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Im Jahre 1929 entdeckte Bauer Adam Nichulski, Borken beim Torfstechen in dem vermoorten ,,See-Borken“ einen ca. 6 m langen Einbaum. Dieser wurde unter Leitung von Lehrer Dietzau‘ Borken freigelegt und dem Heimatmuseum Lyck zugeführt. Er kam später ins Prussiamuseum nach Königsberg, weil er besonders gut erhalten und sachgemäß geborgen war.

In der Nähe des Einbaumes entdeckte man einen ,,Pfahlbau“. Nähere Untersu­chungen brachten eine Tonschüssel mit ca. 40 cm Durchmesser und 1 Steinhammer —      beides kam nach Lyck ins Museum — und 2 weitere Einbäume ca. 4 m und 3,5 m lang zum Vorschein. Auch diese erhielt das Lycker Museum.

Pfahlbauten wurden festgestellt im Schwarzberger Bruch, im Lipinskersee‘ im Garbaßsee bei Jucha und am Südufer des Hänselsees; letztere wurden im Jahre 1935 von Straßenmeister Matheus beim Bau der Kieschaussee Jucha—Kaltken ent­deckt.

Während der römische Schriftsteller Pl in i u s d. Ältere die Reise eines römischen Ritters z. Z. des römischen Kaisers Nero (54—68 n. Chr.) ins Samland und seine Rückkehr mit sehr viel Bernstein beladen ohne nähere Angaben über die dort lebenden Völker beschreibt, führt der römische Historiker T aci tu s (98 n. Chr.) in seinem Buch ,,Germania“ nicht nur die Wohnsitze der Goten im un­teren Weichselgebiet richtig an, sondern spricht erstmals die ,,Ästier“ als die östli­chen nichtgermanischen Nachbarn mit deren Bernsteinreichtum an. Er beschreibt die ,,Ästiorum gentes“ als Anwohner der Bernsteinküste‘ in ihrer äußeren Erschei­nung und Lebensart den germanischen Sueben nahestehend, in ihrer Sprache aber den Britaniern vergleichbar. T a c it u s rühmt den Fleiß der ,,Astier“ im Ackerbau und ihr Interesse an der Bernsteingewinnung. (Beiligende Karte von Westermann aus der Zeit des Tacitus.)

Nach diesen ersten schriftlichen Bekundungen über die ,,Ästier“ führt der grie­chische Geograph Ptolemäus aus Alexandria (etwa um 180 n. Chr.) erstmalig die prußischen Stammesbezeichnungen ,,Galinder“ und Sudauer“ an.

 Es ist also festzuhalten, daß in den letzten beiden Jahrhunderten v. Chr. und zur römischen Kaiserzeit in den ersten Jahrhunderten n. Chr. in den Gebieten um die Oder und im gesamten Weichselgebiet bis zu den Karpathen Germanen gewohnt haben. In Ostpreußen östlich der Passarge also auf der Linie Braunsberg—Allen­stein und insbesondere in unserer Heimat seit etwa 1800v. Chr. ununterbrochen der baltische Stamm der Prußen gelebt hat.

La Baume zeigt auf seiner Karte ,,Kulturkreise im 1.—4. Jahrhundert n. Chr. (Ostgermanen und Balten)“ (Teilausschnitt 5. 45) den ,,Ostgermanischen Kreis“ zwischen Oder und Weichsel und über diese hinaus bis zur Linie Brauns­berg/Allenstein. Östlich davon unterscheidet La Baume ,,Baltische Kreise“ (Preußische Stämme) und zwar ,,Samländisch-Natangische Gruppe“ (Samländer und Natanger) um Königsberg, ,,Bartener Gruppe“ (Bartener um Bartenstein), ,,Inster-Pregel-Gruppe“ (Nadrauer um Insterburg), ,,Memel-Gruppe“ (Schalauer und Kuren um die untere Memel bei Tilsit/Ragnit), die ,,Westmasurische Gruppe“ (Galinder westlich Angerburg, Lötzen und Nikolaiken) und schließlich die ,,Ostmasurische Gruppe“ (Sudauer, unsere Vorfahren) La Baume.

Die Goten begannen gegen 200 n. Chr. ihren Herrschaftsraum nach Südosten auszudehnen und erreichten schließlich das Schwarze Meer. Reste der Goten und Gepiden blieben noch an der Unteren Weichsel und zogen erst im Verlaufe des 5. und 6. Jahrhunderts nach Südosten, den Goten folgend, ab.

Die Prußen schoben sich allmählich in die freigewordenen Räume nach Westen bis an die Weichsel und Nogat heran. In unserer Heimat blieben die Sudauer auch weiterhin in ihrem alten Wohngebiet seßhaft.

So endete im 6. Jahrhundert die germanische Zeit in Ostdeutschland, nachdem sie einundeinhalb Jahrtausend in den Ostseeküstengebieten westlich der baltischen Völkerschaften gelebt hatten.

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