Jüngere Steinzeit

      In der ,,Jüngeren Steinzeit" (etwa 2500-1500 v. Chr.) vollzieht sich;n der Kultur von West- und Ostpreußen ein entscheidender Wandel. Es strömen zwei kraftvolle Einwandererwellen aus dem Westen ins Land. Man sieht in diesen Völkerschaften jene Urindogermanen, die die altansässigen Jäger- und Fischervölker überzog und zu Ackerbau und Viehzucht überging. Ihre Träger sind die ersten Bauern unserer Heimat gewesen. Das verbesserte Klima in Masuren trug wesentlich zu dieser Entwicklung, dem Ubergang vom Jägernomadentum zu Ackerbau und Viehzucht bei. Die Menschen lernten die Bearbeitung von Steinen, die jetzt nicht mehr roh zugehauen, sondern sorgfältig geschliffen und poliert wurden. Drei Steinäxte in gutem Zustand fand Lehrer Konietzko am westlichen Seeufer bei Nußbergs). Eine Steinaxt mit Schaftloch entdeckten Kinder unweit der neuen Schule zu Neu-Jucha; alle Steinäxte wurden dem Heimatmuseum in Ly ck übergeben. Weitere Fundstellen von Steinäxten waren bei Borschimmen, Klaussen, Steinberg, Siegersfeld und 2 bei Stradaunen; beschädigte Stemaxte fand man bei Lissau, Langheide, Keipern und Talussen. Nicht durchbohrte Steinäxte wurden bei Milussen und Binien gefunden.

      
Ostpreußen 8000 Juengere Steinzeit 1000

      

        In die gleiche Zeit fällt die verbesserte Fertigung von Tongefäßen, zurückzuführen auf den Einfluß der Einwanderer aus dem Westen. Die bei Baggerarbeiten am Juchäer Mühlenfiuß in den Jahren 1935-1937 aufgefundenen Scherben und die 1937entdeckte kleine Tonvase gaben ein anschauliches Bild dieser neuen Kultur.

        Die aufgefundenen Scherben und die kleine Tonvase zeigten eine Schnurverzierung, doppelt umlaufend; andere Scherben hatten senkrecht verlaufende Schnüre als Fransen herabhängend oder andere Varianten in der Grundform von Schnüren, alle Muster offensichtlich in den weichen Ton eingeritzt und dann erst gebrannt. Die Verzierungen wechseln vielfältig. Ein reiches Spiel der Linien belebt oft die Oberläche der Gefäße. Das sind Erzeugnisse der ,Jungsteinzeitlichen Kultur der Schnurkeramik". Im benachbanen Kreis Lötzen wurden bei Widminnen zahlreiche Scherben und einige erhaltene Urnen in ,,Schnurkeramik" gefunden. Auch im Kreis Lyck sind weitere Fundstellen bei Grabn;ck am Dommelsee, bei Dippelsee, Milucken am Lyck-Flui3, auf dem Lycker Rennplatz, am Seebrückersee bei Klaussen, auf der ,Perscha"-Insel bei Rosenheide, bei Neuendorf und bei Borschimmen im wesentlichen durch den Lycker Heimatforscher Adolf Pogoda bekannt geworden.        

       

        Während der ,Jungsteinzeitlichen Kultur-Epoche" wurden die Toten unter Hügeln oder in Flachgräbern in Hockerstellung begraben. Erst viel später etwa ab 1000-800 v. Chr. verbrannte man die Toten auf einem Scheiterhaufen und setzte die mit der ~sche gefüllte Urne unter starkem Steinschutz in einem Erdhügel bei. Solche ,Hügelgräber" wurden bei Jucha auf den Höhen nördlich des Hänsel-Sees nachbarten Lötzener Kreises zu Beginn des 20. Jahrhunderts gefunden (Karte von La Baume Nr. 2). Ein Urnenfeld für derartige Tonscherben wurde auch an der Straße zwischen Jucha und Steinberg im Jahre 1930 entdeckt.

Welcher Rasse diese Menschen der ,,Mittleren Steinzeit“ angehört haben, ist nicht festzustellen; dazu sind die Funde, das Ergebnis der Wissenschaft des Spa­tens, zu gering; es fehlen vor allem Skelettfunde.

In der ,,Jüngeren Steinzeit“ (etwa 2500—1500v. Chr.) vollzieht sich in der Kul­tur von West- und Ostpreußen ein entscheidender Wandel. Es strömen zwei kraft­volle Einwandererwellen aus dem Westen ins Land. Man sieht in diesen Völker­schaften jene Urindogermanen, die die altansässigen Jäger- und Fischervölker über­zog und zu Ackerbau und Viehzucht überging. Ihre Träger sind die ersten Bauern unserer Heimat gewesen. Das verbesserte Klima in Masuren trug wesentlich zu dieser Entwicklung, dem Übergang vom Jägernomadentum zu Ackerbau und Viehzucht bei. Die Menschen lernten die Bearbeitung von Steinen, die jetzt nicht mehr roh zugehauen, sondern sorgfältig geschliffen und poliert wurden. Drei Stein-äxte in gutem Zustand fand Lehrer Konietzko am westlichen Seeufer bei Nuß-berg. Eine Steinaxt mit Schaftloch entdeckten Kinder unweit der neuen Schule zu Neu-Jucha; alle Steinäxte wurden dem Heimatmuseum in Lyck übergeben. Wei­tere Fundstellen von Steinäxten waren bei Borschimmen, Klaussen, Steinberg, Sie­gersfeld und 2 bei Stradaunen; beschädigte Steinäxte fand man bei Lissau, Lang­heide, Keipern und Talussen. Nicht durchbohrte Steinäxte wurden bei Milussen und Binien gefunden.

In die gleiche Zeit fällt die verbesserte Fertigung von Tongefäßen, zurückzufüh­ren auf den Einfluß der Einwanderer aus dem Westen. Die bei Baggerarbeiten am Juchaer Mühlenfluß in den Jahren 1935—1937 aufgefundenen Scherben und die 1937 entdeckte kleine Tonvase gaben ein anschauliches Bild dieser neuen Kultur.

Die aufgefundenen Scherben und die kleine Tonvase zeigten eine Schnurverzie­rung, doppelt umlaufend; andere Scherben hatten senkrecht verlaufende Schnüre als Fransen herabhängend oder andere Varianten in der Grundform von Schnüren, alle Muster offensichtlich in den weichen Ton eingeritzt und dann erst gebrannt. Die Verzierungen wechseln vielfältig. Ein reiches Spiel der Linien belebt oft die Ober­fläche der Gefäße. Das sind Erzeugnisse der ,,Jungsteinzeitlichen Kultur der Schnurkeramik“. Im benachbarten Kreis Lötzen wurden bei Widminnen zahlrei­che Scherben und einige erhaltene Urnen in ,,Schnurkeramik“ gefunden. Auch im Kreis Ly ck sind weitere Fundstellen bei Grabnick am Dommelsee, bei Dippelsee, Milucken am Lyck-Fluß, auf dem Lycker Rennplatz, am Seebrückersee bei Klaus­sen, auf der ,,Perscha“-Insel bei Rosenheide, bei Neuendorf und bei Borschimmen im wesentlichen durch den Lycker Heimatforscher Adolf Pogoda bekannt geworden.

Während der ,,Jungsteinzeitlichen Kultur-Epoche“ wurden die Toten unter Hügeln oder in Flachgräbern in Hockerstellung begraben. Erst viel später etwa ab 1000—800 v. Chr. verbrannte man die Toten auf einem Scheiterhaufen und setzte die mit der Asche gefüllte Urne unter starkem Steinschutz in einem Erdhügel bei. Solche ,,Hügelgräber“ wurden bei Jucha auf den Höhen nördlich des Hänsel-Sees entdeckt; von den 11 gefundenen ,,Hügelgräbern“ wurden mehrere geöffnet; in ei­nem ,,Hügelgrab“ wurden als Beigaben ein Halsring‘ eine Steinaxt und ein Hohl-meißel gesichert. Zwei weitere ,,Hügelgräber“ befanden sich am Waldrand unweit der Straße Jucha—Aulacken; 1 Grab lag am Seerand bei Kalthagen. Diese ,,Hügel­gräber“ wurden von Königsberger Archäologen 1929 geöffnet; man fand Urnenre­ste — ,,Schnurkeramik“ — und schloß auf eine Zeit um 1200 v. Chr. als Entste­hungszeit. Ein weiteres Grab befindet sich ungeöffnet an der Grenze zur Gemar­kung nach Lisken auf der Hochebene im Süden von Jucha. Lehrer Kotzan nennt noch weitere ,,Hügelgräber“ im Kreise Lyck; 3 bei Grabnick‘ 1 bei Königswalde, 1 bei Bunhausen‘ mehrere bei Stettenbach, 1 bei Rumeiken, 7 bei Reuschendorf und 3 am Tulewo-See.

Diese Kulturen, die sauber polierte Streitaxt, Tontöpfe mit ,,Schnurkeramik“ und die Bestattung der Toten in ,,Hügelgräber“, deuten auf eine neue Bevölke­rungs- und Kulturgruppe hin. Aus der Vermischung der aus dem Westen einge­wanderten Völker mit der eingesessenen Bevölkerung ist die baltische Völker-gruppe hervorgegangen. Ab etwa 1800 v. Chr. zwischen Ostpommern und der Düna die ,,Urbalten“; diese spalteten sich ab etwa 1000v. Chr. in Westbalten (Pru­ßen) und in Ostbalten (Litauer und Letten) auf. Jedenfalls siedelten nicht in Ost­preußen und auch nicht bei uns in Masuren ,,Polen“ oder andere slawische Völker, sondern die ,,baltische Gruppe“, die ,,Prußen“.

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(1000 v.d.Z.)

 

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