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Pisanica - Pissanitzen/Ebenfelde
Geschichte: Der Ort wurde 1496 erstmals erwähnt. Die Handfeste als Zinsdorf erhielt der erste Dorfschulze Jan Kanneffk 1504. Seit 1565
gab es eine Kirche, zunächst aus Holz. Hier war Hyronimus Maletius, Sohn des Lycker Buchdruckers und Erzpriesters Johann Maletius aus Krakau, von 1552 - 1567 Pfarrer und wurde dann Nachfolger seines Vaters als Erzpriester in
Lyck.
Die Kirche
zerstörten die Tataren 1656. Sie drangen an einem Herbstsonntag in das Dorf ein, während Pfarrer Trentovius auf der Kanzel predigte. An Ort und Stelle töteten sie 54 Gläubige. Weitere 329 Einwohner verschleppten sie in Gefangenschaft und Sklaverei. Nur der Pfarrer konnte sich ins nahe Polen retten.KircheNach dem Einfall der Tataren baute man in Pissanitzen eine neue Kirche aus Stein. Sie wurde 1913 nach Plänen von Baumeister Kickton umfassend renoviert, aber schon wenig später im 1. Weltkrieg von russischer Artillerie schwer beschädigt.
Ihre Wiederherstellung in der alten Form erfolgte 1922/23, und so steht sie heute noch. Das Mittelschiff wird von einem Tonnengewölbe überdeckt, die Seitenschiffe von Flachdecken. Die Innenausmalung stammt von dem Künstler
Fey, Berlin.
Stacze - Statzen Geschichte: Der Ort Statzen erhielt seine Handfeste 1482, als der Komtur von Rhein
an Steincko Statzke, Jan Warda, Myckoleyn und Jacob insgesamt 30 Hufen Land zu beiden Seiten des Fließes Melkin zu magdeburgischem Recht verschrieb.
Aus der Tatarenzeit ist Schmerzliches überliefert. In Statzen lebte damals Tobias Borowy und die Tataren überfielen ihn und seine Familie bei der Feldarbeit. Die
Mutter konnte ihren 2jährigen Sohn gerade noch im Korn verstecken, aber sie und ihr Mann gerieten in Gefangenschaft. Frau Borowy starb fern der Heimat. Tobias
Borowy leistete 18 Jahre lang Sklavenarbeit in der Türkei, konnte dann aber fliehen und langte mit 2 Pferden und etlichen Mitbringseln wieder in Statzen an, wo er von
seinem inzwischen erwachsenen Sohn in die Arme geschlossen werden konnte. Zum Dank für seine Rettung stiftete der Vater der Kirche in Pissanitzen einen goldenen türkischen Leuchter.
Die nachfolgenden Generationen der Borowys führten den Hof bis 1944. Letzter deutscher Besitzer war August Borowy. Während dessen Frau und Kind auf der
Flucht umkamen, fand er nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft eine Anstellung als Bergwerksarbeiter im Ruhrgebiet.
Kalinowo - Kallinowen/Dreimühlen Geschichte: Das Dorf Kallinowen entstand vermutlich im 15. Jh. Erstmals wird 1499
ein Pfarrer Mathias in Calinowo erwähnt. Dieses Datum bildete dann die Basis für die Dorf-Jubiläumsfeiern, sodaß 1999 das 500jährige Jubiläum gefeiert wurde.
Es dürfte auch eine Kirche gegeben haben. Die zerstörten aber spätestens die Tataren 1656. Wie in anderen Orten auch wurden viele Gebäude verwüstet und
niedergebrannt, die Einwohner - zu jener Zeit hier ca. 800 - getötet oder in die Gefangenschaft abgeführt. Pfarrer Baranowski konnte sich mit Frau und 2jährigem Kind zunächst in die Wälder
retten. Als sie jedoch, vom Hunger getrieben, das Pfarrhaus in Czychen, wo die Kirche als vermeintlich katholisches Gotteshaus der Einäscherung entging, aufsuchten,
gerieten sie dennoch in die Gewalt der Tataren. Beim Abtransport in die Gefangenschaft quäkte der kleine Baranowski und störte die Bewacher. Einer von
ihnen ergriff ihn und schleuderte ihn an einen Baum, wo er liegenblieb. Der Kleine war jedoch noch nicht tot. Dorfbewohner fanden ihn, pflegten ihn gesund und er wuchs in Lyck auf.
Pfarrer Baranowski wurde Galeerensklave und starb in Kandia auf Kreta. Lehrer Zaborovius aus Kallinowen konnte dagegen aus der Gefangenschaft fliehen. Auf
einem Bündel aus Binsen durchschwamm er den Dnjepr und schlug sich bis zu seinem Heimatdorf durch, wo er Nachfolger von Pfarrer Baranowski wurde. Der Ort wurde 1938 in Dreimühlen umbenannt Prominenz Pfarrer Bernhard Rostock,
der 1736 hier starb, soll das geistliche Volkslied „Das Feld ist weiß, die Ähren neigen sich“ geschrieben haben. Berühmtester Pfarrer in Kallinwoen jedoch war von 1780 bis zu seinem Tod 1798
Michael Pogorzelski, der bis dahin in Kutten im Kreis Angerburg als Rektor tätig war. Man erzählt, daß der Husarengeneral Daniel Friedrich v. Lossow, dessen Frau
ein Gut in der Nähe von Kutten besaß, oder gar General Günther, der den bei einer Radpanne seiner Kutsche in der Nähe von Kutten behilflichen Rektor kennengelernt
hatte, diese Pfarrstelle verschafften. Beides ist jedoch in keiner Weise belegt und vielleicht nur Legende. Neben der Kirche von Kallinowen befindet sich das Grab von
Michael Pogorzelski. An der Mauer vor der Kirche erinnert eine Gedenktafel in zwei Sprachen an den bis heute volkstümlichen und beliebten Pfarrer. Obwohl er die
deutsche Sprache vollkommen beherrschte, predigte er in seiner masurischen Muttersprache. Seine mitunter recht komischen Predigten waren besonders auch
unter Königsberger Studenten populär und wurden teilweise nachempfunden, sodaß heute die Authentizität mancher der Geschichten und Gedichte nicht immer gewährleistet ist.
Chronologie für Michael Pogorzelski (1737 - 1798)
geboren in Lepacken/Ramecksfelde, Krs. Lyck, als Sohn eines Kölmers Schulbesuch in Königsberg ab 1762 Studium der Theologie auf der Albertina 1769 Organist und Schulcollega in Ragnit
1772 Schulrektor in Kutten, Res. Angerburg 1780 Gemeindepfarrer in Kallinowen Kirche Nach der Katastrophe des Tatareneinfalls baute man 1666 eine neue
Holzkirche. Diese renovierte man noch 1910, doch in den Kampfhandlungen des 1. Weltkriegs ging sie bald zugrunde. Der nun folgende Neubau 1924 - 1926 nach
Plänen von Kirchenbaumeister Kickton erfolgte dann aus Feldstein. Die flache Holzdecke erhielt eine Bemalung durch den Künstler Fey aus Berlin. Der Altarschrein
mit den Figuren des gekreuzigten Heilands, der Maria und des Johannes ist das Werk eines Münchener Bildhauers Skometno Wlk. - Skomentnen / Skomanten
Geschichte Lokator des Dorfes war ein Peter Jeckeln, der 1476 die Handfeste über 30 Hufen erhielt Die Sudauer: Die Gegend um Skomentnen am Skomantsee - poln. Skometno ist
geschichtsträchtig bis in vorgeschichtliche Zeiten, wie Ausgrabungen belegen. Die Sudauerburg am Südufer des Skomantsees, ein pruzzischer Ringwall, soll Hauptsitz
des Sudauerfürsten Skomand gewesen sein. Der pruzzische Ringwall liegt heute weiter vom Seeufer entfernt als früher, weil der Spiegel des Skomantsees vor dem 1.
Weltkrieg abgesenkt wurde, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Die Sudauer oder Jadwinger, auch Oszczepnicy = Speerträger genannt, waren ein Stamm der Pruzzen, der die östlichen masurischen Waldgebiete an den Flüssen
Leega - Lega und Lyck - Elk bis nach Weißrußland hinein bewohnte. Sie waren offenbar recht konfliktfreudig und gingen keinem Streit mit Nachbarn aus dem Wege, hatten dafür aber auch einen hohen Blutzoll zu entrichten.
Ab 1281 konzentrierte sich der Orden auf die Eroberung von Sudauen. Deren damaliger Fürst Skomand leistete von seiner Burg am Südrand des Skomantsees aus
erbitterten Widerstand. Einmal nahm er sogar den Ritter Ludwig von Liebenzell gefangen, entließ ihn jedoch wieder in die Freiheit. Als Skomand erkannte, daß er
sich gegen die anstürmende Ordensstreitmacht nicht halten konnte, zog er sich vorrübergehend mit seinem Gefolge nach Weißrußland zurück. Doch die Versuche,
von dort aus Terrain zurückzugewinnen, blieben erfolglos. Deshalb unterwarf sich Skomand 1285 dem Orden und nahm den christlichen Glauben an. Landmeister
Konrad von Thierberg verlieh ihm und seinen drei Söhnen dafür das Dorf Steyno im Stablack, Kreis Heilsberg. Eine andere Gruppe von Sudauern kämpfte zunächst weiter. Es glückte ihnen,
Ludwig von Liebenzell erneut festzunehmen. Diesem gelang es jedoch, ihren Häuptling Cantegerde zum Christentum zu bekehren, woraufhin sich große Teile des Stamms ergaben. Von ihnen wurden 1.600 Sudauer im inzwischen befriedeten
Samland angesiedelt, wo sie ihre Sitten und Gebräuche bis ins 16. Jh. beibehielten und diese neue Heimstatt nannte man bald den „sudauischen Winkel“. Cantegerde selbst erhielt Landbesitz auf dem Gebiet der Komturei Christburg.
Die Sudauer, die sich nicht ergaben, zogen sich nach Litauen in die Gegend von Grodno zurück.
Der Sudauer-Schatz Der Bauer Jeziorski, Einwohner von Skomenten, stieß 1929 beim Ausheben einer Rübenmiete auf einen Kupferkessel, der unter einem schweren Deckstein lag. Neben
Resten eines Leichenbrandes fanden sich darin Silberschmuckstücke aus der Zeit der Sudauer - eine Halskette, zwei Armspiralen und zwei Hufeisenfibeln, die man einer
hier beerdigten Sudauerfürstin zuschrieb. Das Silbergewicht betrug 675 Gramm. Man fand zwar in den Kreisen Lyck und Treuburg verschiedentlich Grabbeigaben von
Sudauerfürstinnen - Ketten, Diademe, Armspangen, Silberbarren, der Fund von Skomentnen aber war der bekannteste und wurde seinerzeit im Prussia-Museum in Königsberg ausgestellt.
Der Tatarensee Namensfindung: Südlich von Lyck, 800 m hinter dem Bahnübergang am Ortsende
neben der Hauptstraße in Richtung Grajewo - Bialystok, gibt es am Tatarensee einen hübschen Picknickplatz. Der Name des Sees stammt von einer Legende aus der Zeit des Tatareneinfalls:
Die Tataren nahmen damals etliche Männer in der Gegend von Lyck fest, banden sie an ihren Sattelknöpfen fest und schleppten sie mit sich. Am See machten sie Rast. Die
Ehefrauen waren der Truppe gefolgt. Sie kamen hinzu, tändelten mit den Soldaten und tranken mit ihnen große Mengen Bärenfang. Der Trick gelang. Die Tataren
schliefen berauscht ein und die Frauen konnten ihre Männer befreien. Seitdem hat der See seinen Namen.
Ostrykól - Ostrokollen/Scharfenrade Geschichte: Gründung 1538 Kirche In Ostrokollen steht eine der beiden letzten alten
Holzkirchen in Masuren, dreischiffig mit Chor, gebaut im Gehrsatz auf Feldsteinsockel, innen und außen mit Brettern verschalt. Der Turm ist eine Skelettkonstruktion.
Auch in der baumbestandenen Wildnis Ostpreußens wurde in der Neuzeit das Holz knapper. Deshalb verwandte man zum Bau von Häusern nicht mehr ganze Holzstämme, sondern trennte die Stämme in der Mitte auf und erhielt damit die
doppelte Anzahl Bretterbalken für Wände und Decken. Türen und Fenster wurden einfach eingeschnitten und von Pfosten zusätzlich abgestützt. Diese Bauweise nannte man „Gehrsatz“.
Die bald nach der Dorfgründung errichtete Holzkirche in Ostrokollen ging im Ansturm der Tataren gleich nach der für den Großen Kurfürsten verlorenen Schlacht von
Prostken zusammen mit den anderen Gebäuden des Dorfes in Flammen auf. Nur 1 Bauernhaus und 3 Scheunen entgingen dem Desaster. Die 1667 gebaute neue Holzkirche, basilikaähnlich mit flachen Decken und Emporen,
überstand dann die Zeitläufe bis heute, wobei 1933 insgesamt und 1990 innen eine gründliche Renovierung erfolgte. Die Sakristei auf der Nordseite wurde 1876 angefügt. Ausstattung:
Altar um 1683 mit gekreuzigtem Heiland im Mittelpunkt, im Obergeschoß eine Himmelfahrt und in der Bekrönung ein Pelikan; regenbogenförmiger Querbalken mit großer Heilandfigur, um 1700; Kanzel, um 1690;
Taufengel mit Schale und Hirschkopfleuchter, um 1700; beiden Orgel von 1799; Dreisitz, erste Hälfte 17. Jh
Prostki - Prostken Geschichte: Der Grenzort Prostken war schon immer Paß- und Zollstation an der Straße Lyck - Grajewo / Warschau oder Bialystok mit verhältnismäßig regem
Grenzverkehr. Der Krug daneben existierte vielleicht länger als das Dorf, das 1482 seine Handfeste erhielt, als der Rheiner Komtur Georg Ramung von Ramegk dem
Tiburci in Prostken 20 Hufen Land zu beiden Seiten des Lyckflusses verschrieb. Der Name des Ortes leitet sich davon ab, daß der Fluß hier „prosta“, d. h. geradeaus, die
Grenze durchfließt und hat nichts mit dem „Prost“ mit langem „O“ zu tun. Mit dem Bau der Südbahn, die 1871 bis Prostken verlängert wurde, veränderte sich
schlagartig das Leben in dem kleinen Grenzort, in dem durch die Jahrhunderte rd. 200 Menschen gelebt hatten. Es entstanden umfangreiche Bahnanlagen, ein Hauptzollamt, eine Post und neue Wohngebäude für die zuziehenden Beamten,
Rampenarbeiter, Kaufleute, Handwerker. Die Bevölkerungszahl vervielfachte sich. Im 2. Weltkrieg befand sich in der Nähe von Prostken ein großes Gefangenenlager.
Dort soll in einer Sonderunterkunft auch der Sohn Stalins untergebracht gewesen sein, bevor er weitertransportiert wurde. (Anmerkung: weiß jemand hierzu Genaueres?)Die Schlacht von Prostken und der
Einfall der TatarenIm 2. schwedisch-polnischen Krieg 1656 - 1660 versuchte der Große Kurfürst, sich durch wechselnde Allianzen von der polnischen Lehensabhängigkeit zu befreien. Er verbündete sich zunächst mit den Schweden und
beide Länder schlugen die Polen in einer Schlacht vor Warschau. In dieser dreitägigen Schlacht brillierte vor allem der brandenburgische Generalfeldzeugmeister
und baldige Feldmarschall Otto Christoph von Sparr aus Prenden unweit von Berlin, dessen Hauptangriff die Polen in die Flucht schlug. König Johann Kasimir von Polen versammelte jedoch überraschend schnell seine
geschlagenen Truppen und verbündete sich mit tatarischen Streitkräften unter Führung des polnisch-litauischen Generals und Hetmans Vincenty Gonsiewski. Diesen
insgesamt 20.000 Mann konnten die Schweden und Preußen so schnell nur 10.000 Infanteristen und 2.000 schleunigst zusammengetrommelte Reiter des preußischen
Adels entgegenstellen. Sie verloren mit der Schlacht bei Prostken auch 7.000 Kämpfer, die Kanonen und das Gepäck und Ostpreußen stand einer beutegierigen
Soldateska offen. Deren Weg durch die Wälder von Prostken nach Lyck nannte man seitdem den „Tatarenweg“. Zwischen Ragnit und Passenheim wurden 13 Städte, rd. 245 kleinere Ortschaften
und 37 Kirchen zerstört, 23.000 Menschen fanden den Tod und 34.000 gerieten in Gefangenschaft und Sklaverei.Die Ostrokollnische GrenzsäuleIn der Nähe von
Prostken ließ Herzog Albrecht 1545 die „ostrokollnische Grenzsäule“ errichten, um den Grenzverlauf zu dokumentieren, der im Frieden von Melno 1422 fixiert, im
Frieden mit König Sigismund I. 1525 prinzipiell vereinbart, aber erst danach in langwierigen Verhandlungen genau festgelegt worden war. Damit wurde ein Punkt in
der östlichen und südlichen Grenze Ostpreußens markiert, die einmal zu den dauerhaftesten Grenzen in Europa und bis 1945 zur ältesten Grenze Deutschlands
gehörte. Die Südgrenze Ostpreußens von Soldau bis Prostken, die seit dem Vertrag von Kalisch 1343 galt, hatte 602 Jahre lang oder/und teilweise 629 Jahre lang seit 1326 (so Kreisgemeinschaft Ortelsburg) Bestand.
(Anmerkung: weiß es jemand präzise?)
Auf der Säule wurden Steinkartuschen mit den Wappen Groß-Litauens - auf besonderen Wunsch der Litauer nicht das Wappen Polens - und Preußens
angebracht, bei letzterem mit dem Jagiellonenadler, wobei das „S“ auf der Brust die Lehensabhängigkeit Preußens von Polen symbolisierte. Eine vom Königsberger Universtitätsrektor Georg Sabinus formulierte lateinische
Inschrift lautet übersetzt: „Einst, als Sigismund August in dem väterlichen Grenzlande und Markgraf Albrecht I. die Rechte ausübten und jener die alten Städte des Jagiello,
dieser die Macht der Preußen in Frieden regierte, da ward diese Säule erichtet, welche die Grenzen genau bezeichnet und den Länderbesitz der beiden Herzöge
trennt. August 1545.“ Die Tafeln in der Säule sind Nachbildungen. Die Originale befanden sich bis 1945 in den Sammlungen des Königsberger Schlosses.
Straduny – Stradaunen Geschichte: Gegründet wurde Stradaunen 1475 durch eine Handfeste, die vom
Brandenburger Komtur Bernhard von Balzhofen ausgestellt worden war. Um 1508 wurde erstmals ein Amt mit einem Wirtschaftshof, später Domäne, erwähnt, aus dem um 1528 die Verwaltungsstelle eines herzoglichen Hauptamtes folgte mit
Zuständigkeit für das Gebiet des späteren Kreises Oletzko sowie die Kirchspiele Stradaunen, Kallinowen, Jucha und Widminnen. Dieses Amt verlegte man aber
bereits 1565 nach Oletzko.KircheSchon seit der Anfangszeit existierte die Kirche St. Leonhard, vermutlich eine Holzkirche. Diese verbrannte mit großen Teilen des Dorfes
1736. Ihr Neubau ohne Chor erfolgte dann 1738 in Feldsteinen. In dieser Kirche wurde der Schriftsteller Herbert Reinoss getauft. Der Innenraum hat seitliche Emporen und eine Flachdecke. Der in der Gegend
seinerzeit tätige Kirchenmaler Fey aus Berlin malte 1923 auch diese Kirche innen aus. Ausstattung: Kanzelaltar - unter Verwendung älterer Teile - von 1845;
Orgel von 1742, nach dem 1, Weltkrieg erweitert, mit Baldachinkrone um 1670; Kreuzigungsgemälde im Stil von Dürer, aber durch Übermalung entstellt, um 1570;
Grabsteine des 16. und 17. Jhs. für Christoph v. Glaubitz, dessen Frau Anna, Christoph Joachim v. Packmohr und Dorothea v. Lehndorff. GutshausZum Gut in
Stradaunen gehörte ein langgestrecktes Gutshaus, das als Besonderheit über eine Vorlaube mit Säulen und einem geschweiftem Dach auf halboktogonalem Grundriß verfügte.
Rydzewo - Rydzewen/Schwarzenberge Geschichte: Der Ort entstand, als 1526 der Burggraf Peter Schwarz von Stradaunen
an Paul und Stenzel Riszöffsky aus Masowien 15 Hufen Land verschrieb mit dem Recht, hier Holz zu gewinnenProminenzIn diesem kleinen Dorf am See wuchs der
1935 hier geborene Schriftsteller Herbert Reinoss bis zum Ende des 2. Weltkriegs auf. Seine Heimat beschreibt er recht eindrucksvoll in „Schwarzenberge in Masuren, früher - heute“ in „Ostpreußen“, Verlag Langen-Müller, 1980
Stare Juchy - Jucha/Fließdorf Geschichte: Das Dorf Jucha befindet sich in einer schönen Landschaft am Gablickfluß
(polnisch: Wada). Früher war der Ort bekannt für seinen jährlichen Vieh- und Pferdemarkt. Die Gemeinde setzt sich seit 1929 zusammen aus den Ortschaften Alt Jucha, Neu
Jucha und Adl. Jucha. Alt und Neu Jucha existierten wohl schon zur Mitte des 15. Jhs.. Ihre Handfesten wurden 1471 bzw. 1473 erneuert. 1938 erfolgte die Umbenennung in „Fließdorf“, 1945 in „Stare Juchy“Sudauischer
OpfersteinIn Neu Jucha gibt es in einem Eichenhain hinter der Kirche immer noch einen Opferstein aus pruzzischer Zeit, einen eiszeitlichen Findling. Hier fanden sich
noch bis ins 16. Jh. hinein Nachfahren der Sudauer ein, um althergebrachte kultische Feste mit Tieropfern zu feiern Kirche Auf Betreiben der Komturei Brandenburg erhielten die Jucha-Orte 1487 eine
erste Kirche, noch klein und aus Holz. Um den heidnischen Gebräuchen der Sudauer-Nachfahren entgegenzuwirken, beschloß man, in Sichtweite des Opferplatzes - 900 m nach Westen - einen
Kirchenneubau zu errichten, zumal die vorhandene Kirche bereits zu klein geworden war. Der Neubau war 1585 fertiggestellt, dessen südliche Vorhalle 1586.
Der Turm hat 3 Etagen und sein Aussehen orientiert sich noch am Stil der ordenszeitlichen Wehrkirchen. In den oberen Etagen der Turmhalle pflegten die alten
Gemeindemitglieder ihre leeren Särge aufzubewahren bis zu der Zeit, wo sie benötigt wurden Im Jahr 1929 wurde die Kirche renoviert und dabei das Tonnengewölbe innen vom
Maler Garell aus Königsberg neu gestaltet. Die Decke über dem Altar blieb im Original erhalten. Bei Arbeiten am Dachstuhl fand man damals alte Silbermünzen, die vielleicht zur Zeit des Tatareneinfalls dort versteckt wurden.
Die Innenausstattung ist z. T. sehr alt: der Altar, einst als einer der schönsten Südostpreußens gerühmt, stammt von dem Italiener Girardi und wurde 1501 vom Frhrn. v. Podewils noch für die alte Kirche
gestiftet und 1591 in die neue Kirche überführt (auf der Rückseite vermerkt); zentral die plastischen Figuren der Kreuzigung, begleitet von Gemälden der 4 Evangelisten.
Auf den Flügeln des Schreins innen die Darstellung der Geburt und Auferstehung Christi, außen der Tugenden. Das Jüngste Gericht im oberen Abschluß stammt aus neuerer Zeit.
Kanzel von 1574 mit Schalldeckel vom Anfang des 17. Jhs. Glocke von 1669; Orgel aus Königsberger Werkstatt von 1772, elektrifiziert 1929 In der Turmhalle hing ein Hirschgeweihleuchter von der Decke herab
Pfarrhaus Das Pfarrhaus wurde neu errichtet. In ihm erklingt jetzt die Hofglocke der Familie Willutzki mit der Inschrift „Unser täglich Brot gib uns heute“, die die Söhne
wiederentdeckten und die vom hiesigen Pfarrer von Stare Juchy 1998 erneut geweiht wurde Gutshaus Das große Gutshaus von Adl. Jucha, ursprünglich ein Barockbau aus der 2.
Hälfte des 18. Jhs., wurde während des 1. Weltkriegs zerstört und danach im Geschmack der Zeit wieder aufgebaut. Otto Gruber, der Sohn des letzten deutschen
Gutsbesitzers, dessen Familie 1710 aus Salzburg zuwanderte, hat sich intensiv mit der Lokalgeschichte befaßt Umgebung Nicht weit von Jucha entfernt erhebt sich der mit 205 m üNN höchste
Berg des ehemaligen Kreises Lyck, der Plowczer Berg
Szczecinowo - Sczeczinowen/Steinberg Geschichte: Sczeczinowen am Sonntagsee (poln. Szóstak) erhielt seine Handfeste
1544 vom Hauptmann von Stradaunen, Caspar von Aulak, der dabei den Lokatoren Raphael und Adam Bronack aus Ostrowo bei Lyck 40 Hufen zur Besiedlung und das Schulzenamt zur Verfügung stellte. Der Sonntagsee wurde 1867 um 5,60 m
abgesenkt, indem man eine Kanalverbindung zum tiefer gelegenen Laschmiadensee schuf. Die dabei gewonnene landwirtschaftliche Fläche von 2 qkm war nicht so
ertragreich, wie erhofft, aber man legte bei dieser Gelegenheit einige Pfahlbauten frei und bereicherte so wenigstens die Altertumsforschung Ostpreußens Chrzanowo - Kalkofen Friedhof
Der ehemals evangelische Friedhof des Ortes wurde wieder instand gesetzt und 1998 unter Denkmalschutz gestellt. Maßgeblich beteiligt an diesen Aktivitäten war der
1995 gegründete „Verein zur Förderung der Deutschen Kulturgüter in Kalkofen e. V.“. Nach der Fertigstellung soll der Friedhof auch Begegnungsstätte und Park
seinSchuleDie Schule des Ortes ist Sitz der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde Grabnik - Grabnick Geschichte Handfeste von 1484. Das Dorf litt sehr unter dem Einfall der Tataren. Viele Häuser
wurden niedergebrannt, 17 Einwohner getötet und 74 gefangen genommen. In der Turmfahne der Kirche steckte noch lange ein Tatarenpfeil.KircheEine Kirche aus
Holz gab es ab 1565. Diese überstand den Tatareneinfall, mußte aber 1713 wegen Baufälligkeit einem Neubau weichen. Diesen löste 1865 - exakt 300 Jahre nach dem
Erstbau und auf dessen Steinfundamenten sowie dem Turmunterstock - ein Putzbau im neogotischen Stil ab. Der Holzaufbau des Turms kam 1890 hinzu. Der Bau wurde 1989/90 renoviert und dabei die Sakristei im Nordosten angefügt.
Die alte Ausstattung ging wohl infolge des letzten Krieges verloren. Nicht verloren ging die kleinere der beiden alten Glocken, die schon im 1. Weltkrieg
und erneut 1941 für die Kriegswirtschaft abgeliefert worden war, die jedoch auf dem Hamburger Glockenfriedhof überlebte und dann nach dem Ende des 2. Weltkriegs
der Kirche auf dem Altenberg in Eggenroth/Taunus zur Verfügung gestellt wurde. Sie wurde 1661 gegossen, wiegt 265 kg und trägt die Inschrift; „SI DEUS PRO NOBIS
QUIS CONTRA NOS“, übersetzt: „wenn Gott für uns ist, wer kann wider uns sein“. Klusy - Klaussen und Ostrów - Werder KircheSchon 1354 existierte eine zwischen drei Seen gelegene, weithin sichtbare
Kapelle, die Clausula Mariana. Sie wurde 1754 von einem Kirchenbau abgelöst, der 1858 abbrannte und 1884 durch die jetzt noch stehende neogotische Kirche ersetzt wurde. Ausstattung:
Die Orgel stammt von Terlitzki in Königsberg. Die Glocken wurden 1861 gegossen.TeufelssteinBei Klaussen gibt es noch ein kultisches Relikt der Sudauerzeit, den Teufelsstein. Der Sage nach drohte seinerzeit
der Pfarrer den eindringenden Tataren unter Hinweis auf diesen Stein mit dem Teufel und erreichte damit, daß die Kapelle nicht angetastet wurdeSudauerburgBei Ostrów
- Werder - zwischen dem Aryssee (jez. Orzysz) und dem verlandenden Schwarzen See (jez. Czarne) gibt es auf dem Schloßberg eine aus sudauischer Zeit stammende
Burg mit 3 m hohen Erdwällen und einem Innendurchmesser von 40 m. Der Weg hinauf windet sich spiralförmig um den Berg.
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